Gestern hieß es: geile Musik im Stundentakt:
Die Vorbands Deathstars und Flyleaf begannen um 20 bzw. 21 Uhr mit jeweils ca. 30-45 min Show. Von denen werde ich mir sicher auch den einen oder anderen Tonträger kaufen.

Der Frontman von Deathstars schien ein Ville Valo mit Deathmetal-Allüren zu sein. Die Sängerin von Flyleaf klang stimmlich wie eine Mischung aus Alanis, Björk und Avril, wobei die Springwut der Klampfenträger auf eine Punk-Vergangenheit hinwies. Beide Bands waren sehr passend gewählt, riffig und dunkel, und kamen mit deutlich besser abgestimmtem Sound als Korn, obwohl diese sich dafür wieder gut Zeit genommen haben.

Bei Korn gab‘s keine Mitten und die Drums stellten lautstark meist alles andere in den Klangschatten, sodaß man teilweise bei den oft ähnlichen Songs die erste halbe Minute Krach mit Überlegungen verbrachte, was denn gerade gespielt wird und was von dem hämmernden Bassen denn gerade der Takt ist. Ungehindert dessen wurde natürlich der Saal gerockt, immer mit ca. einer Minute Chillout-Mucke dazwischen, damit die wildgewordene Masse nicht eskalierte.

Ich fand die Show auch besser als bei meinem letzten Korn-Konzert 2000 in Berlin, wo die Band übertrieben cool, sich kaum von der Stelle bewegte. Dieses Mal schienen sie auf der Bühne wirklich Spaß zu haben, wobei es manchmal schwer fiel, die eigentlichen Bandmitglieder von der anderen Crew zu unterscheiden.
In Berlin war damals allerdings der Bühnenaufbau interessanter: Käfige mit ausgewählten Fans. Hier gab‘s eigentlich nur den bekannten Vogelkopf als Hintergrundtransparent und eine Lasershow, die Scooter besser gestanden hätte. ;)
Ich konnte leider nicht sehen, ob Jonathan diesmal beim Dudelsäckeln wieder einen Kilt trug. Die langen hohen Töne, mit denen er die Fans malträtierte, summierten sich mit den Pfiffen der Fans bis zur Schmerzgrenze auf.

Leider gab‘s doch in manchen Ecken “Fans”, bei denen man sich fragt, warum sie zig Euro für eine Band ausgeben, die sie sowieso nie sehen, weil sie es für nötig halten, sich schon vor der ersten Vorband zuzulöten, um dann bei der Hauptband die körperliche Stabilität aller Leute im Umkreis von 3m herauszufordern. Ich habe nichts dagegen, wenn man zu tanzen ein wenig mehr Platz braucht, aber die schon zurückgetretenen dann auch noch wie bekloppt anzuspringen, immer schön mit den Ellenbogen draußen… das hat nichts mit Fansein, Musik oder Korn zu tun. Da will jemand einfach nur mal ordentlich austeilen, wo die Gefahr des Einsteckens sehr gering ist.
Man sollte denen mal erklären, daß man sein Ego nicht im geringsten aufwertet, indem man das anderer mit Füßen tritt. Einer mit Courage hat das gestern zumindest mal versucht, aber ich fürchte, daß er nicht zum Denkzentrum der Zielperson durchgedrungen ist.